Dienstag, 28. Juni 2011

Oh oh oh! Da isser! DA ISSER! [Hurricane Rückblick 3]

Auch diese Nacht konnte ich erstaunlich gut schlafen und bin erst wach geworden, nachdem man mich geweckt hatte. Schließlich wollte ich duschen (es befanden sich ca. 3 Ampullen Glitzer auf meinem Kopf) und dafür sollte man schon vor 9Uhr gehen, weil es sonst zu voll wird.

Auch die Pudel wollten gewaschen und mit was anderem als Sangria gefüllt werden. Es ist wirklich witzig wie Leute reagieren, wenn man mit etwas anderem als einem Wasserkanister oder einer Flasche an die Wasserstation kommt xD
Unterwegs trafen wir dann auf einen anderen Hund. Elfi. Halb Labrador halb Käse. Mit 18 Jahren aus dem Kinderheim gekauft und inzwischen, 20 Jahre später, total verstört. Sie trug Handschuhe als Ohren und hatte sogar eine putzige, kleine Schleife auf ihrem Bierkopf kleben. Leider hatte Elfi Angst vor Le Potter und Peter Pan und der Besitzer beschimpfte unsere Pudel als arrogant. Elfi hat im Gegensatz zu unseren Pudeln nur Bier getrunken. Leider vertrug sie es nicht und musste ständig kotzen. Das arme Ding.
Elfis Besitzer schleimten sich noch ein wenig bei Peter Pan ein, bewunderten seine Glitzersteinchen, betrachteten seinen Bart, sprachen französisch mit ihm und verpassten ihm noch eine ordentliche Streicheleinheit und danach ging es weiter.
Wir trafen noch auf die Blumen vom Freitag, die den Sangria scheinbar nicht vertragen hatten und eingegangen sind. 


Kotztierchen im Einsatz

 
Kaum im Camp angekommen, mussten die Sachen schon wieder gepackt werden, eine Freundin uuunbedingt zu Wakey! Wakey! Wollte. „Das ist der Bartender aus One Tree Hill!“ One Tree Hill...hatte ich gesehen, zwar nur bis Staffel 5 aber trotzdem. Okay. Also bin ich mit hin. Und der große Rest auch. Kaum im Zelt angekommen, hat es angefangen zu regnen und wir waren froh, dass wir genau dort waren und nicht auf dem Zeltplatz, vor irgendeiner anderen Bühne oder zu Hause, denn das Konzert war gut. Ich kannte die Band nicht, aber ich mochte sie. Nach dem Konzert verteilte die Band persönlich ihre Merchandise Artikel neben der Bühne, wo 3 von uns (ich nicht) hingerannt sind um sich Autogramme zu holen und danach den ganzen Tag völlig aufgedreht waren.




Wir blieben auf dem Festivalgelände, weil wir noch The Vaccines, British Sea Power und Friendly Fires sehen wollten.
The Vaccines sind ausgefallen, British Sea Power wurden zum größten Teil von hinten gesehen und Friendly Fires waren doch nicht so gut, wie erhofft.
Im Camp wurde der Sangriastand wieder aufgefüllt und auf die anderen gewartet. In einer großen Gruppe ging es weiter zu Two Door Cinema Club. Letztes Jahr noch im Zelt vor recht wenig Publikum und dieses Jahr auf der blauen Bühne vor viel Publikum. Wir wollten weit nach vorne, kamen aber nicht mehr in den ersten Block, oder waren zu faul um uns anzustellen, weswegen es vor den ersten Wellenbrecher ging.
Dort wurde es immer voller, nerviger und stickiger. Wir hatten eigentlich vor bei der Band zu tanzen, aber da vorne sah es eher nach „ich kann mich nicht bewegen, muss mich bücken, weil der neben mir seine Arme hochreißt und muss nach den anderen Ausschau halten“ aus als die Musik zu genießen, weswegen 4 von uns beschlossen weiter nach hinten zu gehen. Dort war der Sound leider nicht mehr so gut und wir verstanden kaum, was der Sänger sang. Trotzdem war das Konzert gut. Der Rest vorne hatte sich übrigens nach 5min. verloren. Eine musste sich rausziehen lassen, eine andere ging verloren und bereut nicht mit uns nach hinten gegangen zu sein. Naja.



Weil noch etwas Zeit blieb, sind wir schnell zu My Chemical Romance rübergerannt, konnten die hässlichen, neuen Haare des Sängers betrachten und spackten zu Helena ab. Danach versammelten wir uns erneut an einem Treffpunkt, wo wir unglücklicherweise am roten Zelt vorbei kamen, wo wieder die Info auf der Leinwand stand, dass keiner mehr reinkommt und auch die Schlange sah mächtig lang aus. Ich schob schon mächtig Panik wegen Bright Eyes, weil ich die Katastrophe mit Sum41 noch im Hinterkopf hatte. Ich hätte geweint, wenn ich es nicht ins Zelt zu Bright Eyes geschafft hätte. Eine Mitcamperin auch. Ein weiterer wollte eigentlich auch unbedingt mitkommen, entschloss sich aber für Kaffee und Kasabian und für „wir kommen da eh nicht mehr rein!“.
Also teilten wir uns auf. Zu zweit stellten wir uns für Bright Eyes an, total deprimiert, weil wir dafür Kasabian verpassten.
Vor dem Zelt quatschen wir alle möglichen Leute an und fragten für wen sie anstellen würden. Die meisten antworteten mit „Bright Eyes“. Unsere Hoffnung noch ins Zelt zu kommen schwand irgendwie, aber dann war das Lykke Li Konzert vorbei und alle stürmten raus und wir rein. 

 muahahahaha

Ja, wir waren tatsächlich im Zelt. Wir waren vorne. Wir saßen auf dem Boden und nichts konnte uns davon abhalten in nur 3 (!!!) Stunden Bright Eyes zu sehen. Davor mussten wir aber noch I Am Kloot ertragen, die leider gar nicht unser Geschmack waren. Es war eine tolle Liveshow, aber musikalisch nun mal gar nicht mein Fall, schon gar nicht, wenn draußen eine Band wie Kasabian spielt und die Füße inzwischen unerträglich weh taten.
Aber egal. Nach I Am Kloot standen wir in der 4. Reihe und konnten ganz bald Conor Oberst ganz aus der Nähe sehen. Dass dort Leute direkt von der 1.Reihe Kasabian noch ins Zelt kamen, wollten wir gar nicht wissen.

Und dann war es soweit. Die Band betrat die Bühne. Es war dunkel. Kein Conor Oberst zu sehen. Die Menge war ruhig und dann. Ja dann … etwas kleines, schmächtiges mit dürren Beinchen und einem viel zu großen Cape betrat, vielmehr hüpfte, auf die Bühne. Die Kapuze verdeckte sein Gesicht, doch die dunklen Haare waren trotzdem zu erkennen und es war unverwechselbar Conor Oberst. Die Menge schrie. Ich schrie mit. Hach darauf hatte ich jahrelang gewartet.
Die Band eröffnete mit „Gold Mine Gutted“, worüber ich etwas enttäuscht war. Ich hatte mir was anderes erhofft. Die Enttäuschung war aber schnell verflogen weil … woah … Conor Oberst schwebte zu seinem Keyboard und spielte die ersten, unverwechselbaren Töne von Lover I Don't Have To Love. Mein Lieblingslied seit 7 Jahren. Darauf hatte ich so sehr gehofft und hatte Angst, dass ich dies nicht zu hören bekommen würde. Schon beim Konzert der Vines blieb mein Lieblingslied aus aber jetzt durfte ich es tatsächlich hören. Es ging viel zu schnell vorbei, aber es war toll. Ich hatte Gänsehaut und bekam das Grinsen gar nicht mehr aus meinem Gesicht. Das war sogar besser als The Vines in Sydney live zu sehen.

<3

Viele meiner Freunde mögen Bright Eyes nicht. „Seine Stimme bricht zwischendurch immer weg!“ „viel zu langsam. Da schläfste ja bei ein“ „Wie soll das bloß live sein? Bestimmt voll langweilig“ aber pff...das Konzert war genial. Conor Oberst war gar nicht lahm. Er sprang herum, machte Scherze und war mindestens genauso unterhaltsam wie ein Howlin Pelle Almqvist (The Hives). Sogar die Mitglieder von Warpaint standen auf der Bühne spielten Tambourin oder tanzten im Hintergrund.
Ich hatte mir zwischendurch gewünscht, dass die Band etwas mehr in den Hintergrund tritt und Conor Oberst nur mit einer Akkustik Gitarre die Bühne betritt und uns etwas schönes vorsingt und dann … dann wurde das Licht gedämmt, ihm eine Akkustik Gitarre um den Hals gehängt und er begann Poison Oak zu singen. Hach <3 Es war wirklich viel zu schön. Und an dieser Stelle nochmal viele Grüße an die Idioten im hinteren Bereich des Zeltes, die meinten irgendwelche Asi-Lieder anzustimmen. Ich hasse euch!
Beim letzten Lied sprang Conor Oberst sogar von der Bühne und hat sich von den Leuten in der ersten Reihe umarmen lassen. Man, was hätte ich gerne in der ersten Reihe gestanden.

Aufgedreht, verzückt und glücklich gingen wir zum Zelt zurück. Meine Bekannte verabschiedete sich kurz vorm Lager, um in ein anderes Camp zu gehen und ich stürzte mich auf meine Freunde im Camp um ihnen aufgeregt vom tollsten Konzert überhaupt zu erzählen.

Kommentare:

  1. Bright Eyes hätte ich mir sicherlich auch angeschaut :> !

    Ich habe dir übrigens einen Blogward verliehen!

    LG

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  2. Gerard heißt der Sänger von My Chemical Romance!
    Und seine Haare sind toll!

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