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Donnerstag, 26. August 2010

Cat Down Under - Teil 27

Nun kommt der letzte Teil der "Cat Down Under" Reihe. 
Australien lag hinter uns und nun ging es nach Hong Kong. Falls ihr irgendwann mal nach Australien oder Asien fliegen solltet, nehmt auf jeden Fall Qantas. ich bin schon mit vielen Flugunternehmen geflogen, die meisten Flüge waren Langstreckenflüge nach Asien und Qantas ist bis jetzt mein Liebling. Dies liegt vor allem am tollen On-Demand TV Programm. Während man bei anderen Fluggeselleschaften auf den TV Plan achten muss um rechtzeitig zu Beginn eines Films einzuschalten, kann man bei Qantas seinen Wunschfilm einfach anklicken, welcher dann abgespielt wird.
So konnte ich mir die Zeit mit tollen Filmen vertreiben. So habe ich auf dem Weg von Perth nach Hong Kong nur TV geguckt, weil so tolle Filme liefen (Australia und Shopaholic und noch ein paar Folgen Simpsons).

In Hong Kong war es, wie zu erwarten, unfassbar heiß. Man läuft aus dem klimatisierten Flughafengebäude ins freie und schon kleben die Klamotten an einem. Wir zogen unser schweres Gepäck hinter uns her, hatten keine, wo wir hinsollten und stiegen in irgendeinen Bus. Die Fahrer sind ungewohnt unfreundlich, können einem keine Auskunft geben, wollen nur das Geld sehen und dass sich möglichst viele Leute in den Bus quetschen...na fabelhaft.
Eine ungefähre Ahnung hatten wir, aber keinen Plan wo wir aussteigen sollten. Unsere Panik und Ahnungslosigkeit hatte dann ein aufmerksamer Chinese mitbekommen, uns gefragt, wo wir denn hinwollen und gesagt, dass wir bereits vorbeigefahren sind und mit dem Taxi wieder zurückmüssen. Stöhnend stiegen wir aus und suchten uns ein Taxi. Ich zeigte ihm 3mal die Adresse vom Hotel, welches wir auf dem Handy gespeichert hatten und fuhr uns dann zielgerichtet dahin. Zum Glück konnten wir direkt davor aussteigen und mussten nicht noch irgendwo hinlaufen.

Kaum hatten wir die Tür vom Taxi geöffnet, wurden wir schon von 100000 Menschen umlagert, die uns "fake bag, fake watch" verkaufen oder uns ein Zimmer andrehen wollten. "no no .. we already booked a room in this hotel!" Dieses Hotel sah von außen aus wie ne Bruchbode und von innen auch. Es besaß bestimmt 20 Stockwerke, unten gab es einen kleinen, bestimmt illegalen Markt, mit jeder Menge Schwarzware. Man hätte mit einem Bodyguard dadurch laufen müssen, um nicht mind. 100mal angelabert zu werden. Ich drängelte mich vorbei, suchte nach dem Aufzug oder irgendeinem Schild, was darauf hinweisen sollte, wo wir hinmussten. Das Hotel lag im 13. Stockwerk und dafür mussten wir einen bestimmten Fahrstuhl finden. Der eine fuhr nämlich nur in die graden Stockwerke und ein anderer in die ungraden. Um zur Rezeption zu kommen, mussten wir erstmal in einen ungraden Stock fahren, dort umsteigen (!) um in das richtige Stockwerk zu kommen. Ja ... ich kam mir ein bisschen vor wie in dem halben Stockwerk in Film "Being John Malkovich". 
In dem Stockwerk bezahlten wir unser Zimmer und bekamen dann den Schlüssel dafür. Nun mussten wir wieder ganz runterfahren, um den richtigen Fahrstuhl zu nehmen und in unser Stockwerk zu kommen. Jap, das hört sich nicht nur kompliziert an, das war auch kompliziert und wahnsinnig schweißtreibend, denn das Gebäude selbst war nicht klimatisiert.
Dafür unser Zimmer. 
Dies war überraschend schön und sauber und auch gut eingerichtet. Zwar recht klein, aber es gab, neben einem Bad im Extrazimmer, auch noch einen Kühlschrank und einen Fernseher und eben die Klimaanlage, die wir selbst regeln konnten. Und die Tapete war, nun ja, ... blumig:



Wir ruhten uns ein bisschen aus, gingen nochmal kurz in dem Stadtteil (Kowloon), wo wir wohnten essen und dann ins Bett. War ja auch schon spät. 
Der Stadtteil ist nicht nur mit Hotels und Restaurants übersäht, sondern auch mit vielen Geschäften und unzähligen Straßenhändlern. Jedes Mal, wenn wir das Hotel verlassen hatten, wurden wir von 10 Männern belästigt, die uns fake watch und fake bags verkaufen wollten. An der nächsten Straßenecke wartete eine Frau, die Massagen anbot und an jedem Restaurant steht jemand, der die Gäste anlocken soll...ja, sowas ist nervig. Ignorieren bringt leider nicht viel, weil sie einen dann festhalten, zu 5. bedrängen und mit der Ware rausrücken um zu demonstrieren wie schön die doch ist. Aber schubsen und beschimpfen hilft immer. 

Am ersten Tag wollten wir erstmal auf den hohen Berg fahren, dem Victoria Peak. Von dort aus sollte man sich einen guten Überblick über die Stadt verschaffen können. Stundenlang liefen wir durch die Stadt, ich konnte gar nicht so viel trinken, wie mein Körper ausschwitzen wollte, aber die Sonne brannte nicht, weil es bewölkt war. Außerdem war ich inzwischen so gut vorgebräunt, dass ich seit Monaten keinen Sonnenbrand mehr bekam.
Hong Kong von oben...bei Tageslicht sieht es nicht ganz so spektakulär aus


in der Dämmerung schon eher


und bei Nacht am meisten ... wir verbrachten 3 Stunden oder so auf dem Peak und warteten, bis es endlich dunkel genug war


Danach liefen wir wieder zurück und mussten irgendwie zurück zu einer Ubahn Haltestelle irren und verliefen uns dabei im Bankenviertel. Kam mir gelegen, da ich unbedingt die Hong Kong Bank of China gucken wollte. Diese blieb mir mit den Zacken nämlich aus dem Film "The Dark Knight" in Erinnerung, der für kurze Zeit in Hong Kong spielt. Schon während ich diesen 3 Tage vor Abflug im Kino gesehen hatte, schrie ich immer wieder "OMG! Da bin ich auch bald!".


 rechts Bank of China, andere Gebäude kenn ich nicht, fands nur so toll, wie sich die Laser darin spiegeln


Wir schauten uns noch kurz die Bonzen Shoppingmalls an, wo nur teure Designerware verkauft wurde und blätterten danach unsere Reiseführer durch, um später noch zu billigen Märkten zu gehen.

 Menschenmasse in der Innenstadt


An einem Tag wollten wir auf die Insel Lantau, um den großen Buddha zu sehen. Dafür mussten wir mit einer Fähre rüberfahren und dort einen Bus dorthin nehmen. Zum Glück war gutes Wetter, der Himmel gar nicht bewölkt, weswegen wir die fabelhafte Landschaft genießen konnten. Wir fuhren immer weiter einen Berg hoch und auf dessen Spitze sollte der größte sitzende Freilichtbuddha der Welt stehen. Wir liefen von der Bushaltestelle weg und konnten mit den anderen Busreisenden staunend den Buddha vom weiten her sehen. Ich lese gerade, dass man ihn sogar von Macau aus sehen kann, wenn sich keine Wolken am Himmel befinden. 

Als wir dann am Eingang zum Buddha kamen, befanden sich überall Hakenkreuze (oO?). Schnell fiel mir dann aber wieder der Film "Sakrileg" ein, an dem es am Anfang diese Szene gab, wo Langdon einen Vortrag hält und die Deutung von verschiedenen Symbolen zeigt. So wird auch ein Buddha eingeblendet, der das Hakenkreuz auf der Brust trägt, was jedoch eine religiöse und keine bescheuerte Bedeutung besitzt. 

Der Buddha selbst saß am Ende dieser unzähligen Treppen und natürlich mussten wir diese auch noch erklimmen...zur Erinnerung: es herrschten 35°C in knallender Mittagssonne! Weswegen wir ca. 100 Pausen einlegten.











Po Lin Kloster


Ja, ich find die Landschaft auch grandios. Kam mir ein bisschen vor wie in der einen Sailor Moon Folge, wo alle in die Berge fahren, um Makoto dabei zu unterstützen (oder zu nerven), während sie ihr Training mit dem Mönch machen wollte. 


Danach ging es wieder zurück, 100l trinken und Wan Tan Suppe essen.
Am nächsten Tag stand Shopping auf dem Plan. Wir gingen nach Harbour City. Einem riesigen Einkaufscenter, bestehend aus mehreren Gebäuden. Hier wird allerdings fast nur Designer Ware verkauft, wie fast überall in Hong Kong. Ich frage mich, wo die ganzen Händler waren, die Billigware anbietet, wie man es von ebay her kennt. 




Irgendwo entdeckten wir aber doch noch ein Stockwerk in der man bezahlbare Artikel bekam. Besonders die Produkte von fred haben mich wirklich fasziniert.
 Einen Hong Kong Haul konntet ihr hier finden.

Danach wurde noch der Temple Street Market gefunden, auf dem ich mich mit Mitbringsel eingedeckt habe. Unter anderem die Essstäbchen, die ich ja schon 2mal verlost habe.

Wer in Hong Kong essen gehen will, sollte aber unbedingt aufpassen. Wenn man in Restaurants geht, die eigentlich nur von Einheimischen aufgesucht werden, weil draußen nur eine Karte auf chinesisch hängt, wird man als Touri nicht nur schlecht behandelt, sondern auch total abgezogen. Sofort bekommt man einen ekligen Tee hingestellt, den man zwar nicht trinken will, aber natürlich bezahlen muss. Ein "no no" wird nicht akzeptiert. Zudem bekommt man dann die Touri hingelegt. Dort stehen die Speisen auf englisch, allerdings mit 3mal so hohen Preisen. Vom super Angebot, was man vorne noch sehen konnte, ist dann keine Spur mehr.
Wir wurden in einem gut besuchten Restaurant (natürlich nur Einheimische) so schlecht behandelt, dass wir dann einfach auf irgendwas in der einheimischen Karte zeigten, wo der Preis am niedrigsten war und auch nur das bezahlten. Hätten wir das in der Tourikarte bestellt, wäre das Gleiche 3mal so teuer gewesen! Während wir bezahlten (wir wurden nach vorne zum Tresen geführt...als ob wir einfach rausrennen würden...pf) und während 2 Mitarbeiterinnen am lästern waren, wurden noch ganz viele Aufschläge draufgerechnet. Das nächste Mal gingen wir wieder zu Mäces und Co oder fragten schon vor Betreten des Restaurants, ob wir auch nur soviel bezahlen müssten, wie es da anner Tafel stand.

Am allerletzten Tag ging es noch einen Tempel angucken, zu dem man über eine Rolltreppe (!) gelangte. Er war nicht so spektakulär wie er im Reiseführer aussah und eigentlich hätte man sich das auch sparen können.
Am selben Abend ging es dann mit dem Bus zum Flughafen, aber nicht ohne den ganzen, aufdringlichen "fake bag, fake watch"-Menschen mit meinem Trolley ordentlich über die Füße zu fahren (ja...so nah kommen die!). Von dort aus nach London, dann nach Hamburg und zurück nach Hause.
 

Sonntag, 22. August 2010

Cat Down Under - Tipps und Tricks

Bevor der Hong Kong Post kommt, gibt es noch ein paar wissenswerte Dinge über das Leben als Work and Traveller. Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen.

1. Organisation ja oder nein?
Zuerst hatten wir uns unzählige Broschüren und Kataloge von Organisationen geholt, die Work and Travel in Australien anbieten. Im Preis inbegriffen sind dann meist Flug ab einer bestimmten Stadt, Hilfe beim Visa beantregen, die ersten Hostelübernachtungen, irgendein Workshop, Kontakte zu möglichen Arbeitgebern und natürlich das ständig offene Ohr für diejenigen, die Hilfe benötigen.
ABER: Ich rate euch unbedingt davon ab. Ja...man lernt schon auf dem Flug unzählige Leute kennen und nimmt vor allem Alleinreisenden die Angst, aber allein bei Studivz gibt es unzählige Gruppen, die sich mit Work and Travel in Australien beschäftigen. Einfach vorher mal reinschauen, neuen Thread öffnen, dass man Mitreisende sucht und Hunderte von Euros sparen. Eine Freundin hat so schon Leute für nächstes Jahr finden können.
Den Flug bucht ihr ganz normal im Reisebüro oder am Flughafen, bestimmt irgendeinen Tag für den Rückflug und lasst euch versichern, dass ihr den Rückflug später kostenlos umbuchen könnt (Gebühren fallen immer an, aber das sind dann nur um die 20€). Plant da schon mögliche Stopover ein. Thailand ist zum Beispiel sehr günstig und ihr könnt dort ohne viel Geld locker nochmal 2 Wochen tollen Urlaub machen und herumreisen. Viele hängen an ihren Australien Trip auch noch eine Asienrundreise hintendran.
Ihr braucht keine Hilfe um euer Visum zu beantragen und wenn, gibt es immernoch genügend Foren, wo ihr einen korrekt ausgefüllten Antrag finden könnt. Und nein, ihr braucht auch keinen Workshop, in Australien gibt es genügend Backpacker in Hostels, die nur darauf warten anderen Backpackern ihr Wissen zu vermitteln und euch Hilfe anbieten, falls ihr diese beim Konto eröffnen, Handykarte kaufen, Steuernr. beantragen etc. benötigt.
Hostels lassen sich ganz einfach von Deutschland aus schon buchen und zwar die günstigen, nicht die teuren, die die Organisationen immer nehmen.
Ach ... und 100% Garantie bekommt ihr bei keiner Organisation. Diese schicken euch nur zu irgendwelchen Arbeitsagenturen, aber die könnt ihr auch alleine besuchen (in Sydney z.b. Action Workforce), da sie eben ALLEN Backpackern Jobs vermitteln, nicht nur denen, die mit Organisation da sind.
In Endeffekt gebt ihr also rund 300€ für nichts aus und könnt das Geld viel besser investieren.


2. Wie finde ich einen Job?
Nur mit Steuernr., gültigem Visa und Handynummer!
Euch wird kein Arbeitgeber nehmen, wenn ihr keine Steuernr. und kein gültiges Arbeitsvisum habt und ohne Handynr. kann euch dieser ja schlecht erreichen, oder?!
Danach heißt es suchen und Glück haben. Eine Klassenkameradin, die ein Jahr vor mir in Australien war, hat mir außerdem geraten allen Leuten davon zu erzählen, dass man einen Job sucht. Diese können euch Telefonnummern geben oder andere Leute fragen. Nur so bin ich an 3 Jobs bekommen (Agenturnamen von einer Backpackerin in Singapur bekommen, Telefonnummer einer Firma bei Wohnungsbesichtung erhalten und Verwandten erzählt, dass man Job sucht, die das ihren Freunden gesagt hat).
Natürlich könnt ihr auch von Café zu Café rennen, eure Lebensläufe abgeben und darauf hoffen, dass ihr von all den 100 Bewerbern ausgesucht werdet. Ganz wichtig sind dabei Arbeitserfahrungen. Zählt alles auf, schwindelt ein bisschen und hofft, dass ihr nicht auffliegen werdet. 
Es macht außerdem wenig Sinn Arbeit in Orten zu suchen, wo jeder einen Job haben will wie Cairns, Bundaberg oder Sydney (außer zum Weihnachtsgeschäft hin). Fahrt in kleinere Orte, benutzt den Harvest Guide und sagt einfach zu einem festen Jobangebot zu, auch wenn sich die Farm, das Café, was auch immer im Outback befindet und ihr innerhalb von 2 Stunden die Koffer packen müsst. Seid spontan und flexibel. Mit großartiger Planerei kommt ihr nicht weit. Lasst es einfach auf euch zukommen.


3. Ich bin ja ganz allein?!
Na und? Andere Backpacker sind es auch und freuen sich, wenn sie Gesellschaft haben. Sprecht eure Zimmermitbewohner im Hostel an. Bald habt ihr den gängigen Smalltalk drauf und werdet euch nicht mehr fragen, was ihr bloß sagen sollt (Woher kommst du? Wie lange bleibst du? Wo warst du schon überall? Hast du einen Job? Willst du dir auch das und das hier angucken? Wollen wir uns das zusammen ansehen? blabla)
Ich kam auch in eine völlig fremde Wohnung mit 6 Mitbewohnern. Wurde allein gelassen, nachdem man mir die Tür geöffnet hatte und dachte mir nur "und jetzt? Ich kenn die nicht und die kennen mich nicht" Also habe ich in der Wohnung gewartet und mich gleich auf den nächstbesten gestürzt, der diese betreten hat und erstmal vollgetextet. 
Es ist wirklich schwierig als Backpacker keine Kontakt zu knüpfen, es sei denn ihr stellt euch wirklich ganz doof an.


4. Mir geht das Geld aus
Dazu solltet ihr es gar nicht erst kommen lassen. Nehmt genug Geld mit und wenn ihr keins habt, dann sucht euch vorher, von zu Hause aus, schon nach einem möglichen Job um. Ich habe Leute getroffen, die sind mit 200€ rübergegangen. Das ist gar nichts. Selbst 1000€ sind nicht viel. Bedenkt was ihr davon alles bezahlen müsst. 
Und wenn es dann wirklich leer sein sollte, nützt wohl nur noch der Anruf zu hause. Ja, es ist kacke zu Hause anzurufen und zu sagen "Mama, Papa, ich hab kein Geld mehr. Könnt ihr mir welches überweisen?" aber besser als auf der Straße zu sitzen ist es allemal.
Ihr könntet Wwoofing machen, dort hilft man auf Farmen aus, die euch im Gegenzug Unterkunft und Essen bieten. Oder als Putzkraft in Hostels, in denen ihr dann umsonst übernachten könnt.
Hilft das alles nichts, müsst ihr wohl die Heimreise antreten. 
Ich bin zum Glück nie in die Situation gekommen, da ich genügend Geld dabei hatte und recht schnell auch einen Job fand. Als sich das Geld langsam dem Ende neigte, bin ich bei meinen Verwandten untergekommen. Aber die muss man ja erstmal haben.


5. Was gucke ich mir denn in Australien an?
Das Backpacker leben besteht nicht nur aus Arbeit und Party machen (bei den meisten aber zu 90%) sondern hauptsächlich aus dem reisen. Denn schließlich kommt man nicht nach Australien um dort zu arbeiten und das angesammelte Geld dann wieder mit nach Hause zu nehmen. Das machen die Asiaten, aber nicht wir Europäer. 
Mein Geld von der Apfelfarm ging zu 60% fürs Reisen drauf, denn sowas ist teuer. Peter Pans bietet sogenannte Adventure Travel Reisen an, spezielle für Backpacker. Es ist sinnvoll die gesamte Reise dort durchplanen zu lassen, da sie einem alles buchen von Touren im Regenwald, bis hin zu Surfstunden und Hostels. Allerdings wird sowas höchstens eine Woche vor Start gebucht, alles andere ist sinnlos, da ja was dazwischen kommen könnte.
Das normale Programm ist eigentlich die gesamte Ostküste mit den Blue Mountains in Sydney, Surfen in Byron Bay, Fraser Island, Whitsundays, tauchen in Cairns, Daintree Forest und vielleicht noch ein Skydive in Mission Beach. Außerdem natürlich noch das Outback, die Great Ocean Road zwischen Melbourne und Adelaide, die Nationalparks um Darwin herum und vielleicht noch die Westküste.


6. Wie bewege ich mich fort?
Entweder ihr kauft euch am Anfang der Reise ein Auto und verkauft es zum Schluss wieder, oder ihr fahrt mit dem Bus. Es gibt spezielle Tickets von Greyhound, bei denen ihr eine gewisse Anzahl von Kilometern habt und die dann nutzen könnt. Oder eben einen Bus-Pass, der zwischen 2 Orten, jeweils in eine Richtung, gültig ist und wo ihr so oft aus und einsteigen könnt, wie ihr wollt.
Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit nach "lifts" zu suchen. Entweder in Foren, an schwarzen Brettern oder im Hostel rumfragen. Leute, die in die gleiche Richtung wollen und dabei Spritgeld sparen möchten, gibt es häufig.


7. Was esse ich denn?
Es ist sinnvoll sich sofort eine Kühltasche zu kaufen, wenn möglich mit Schloss, denn in den meisten Hostels wird geklaut. Ja, auch das Essen. Die Ernährung sieht dann meist so aus wie beim Großteil der Studenten. Jede Menge Nudeln, Fertiggerichte, Reis und Nudeln, Nudeln, Nudeln. Obst und Gemüse ist teuer, vergammelt, wenn man viel herumreist und großartig zu kochen, wenn man alleine reist, hat man auch nicht. Großartig gekocht haben wir nur in meiner Wohnung in Sydney oder während der 3 Monate auf der Apfelfarm. In den anderen Hostels war mittags und abends in der Küche immer die Hölle los, viele waren schlecht ausgestattet und der Kühlschrank immer vollgestopft. Es gab nur selten Tiefkühltruhen, weswegen man immer nur so viel Fleisch kaufen konnte, wie man auch an den einem abend verbrauchen wollte.
Mein Speiseplan sah meist so aus: morgens Toast, mittags (während der Arbeit in der Kosmetikfabrik: Tütensuppe oder Instantnoodles, weil wir heißes Wasser hatten, auf der Apfelfarm noch mehr Toast und Äpfel) und abends wurde dann gekocht: Spaghetti, Wedges, Reis mit Corned Beef, gebratener Reis, Omelett mit Gemüse, Nuggets, Hähnchen, Lasagne oder Wraps. Alles, wofür man nur wenige Zutaten braucht und vor allem, für das man kein Lager anlegen musste.
Natürlich nimmt man davon zu. Ich habe schon Mädels getroffen, die 20kg in 6 Monaten zugenommen haben, oder 8kg aber auch welche, die abgenommen haben. 
Wer in Deutschland nur Mineralwasser mit Kohlensäure trinkt, sollte sich das übrigens schnell abgewöhnen, da man dies nur selten dort bekommt und eigentlich fast alle Leitungswasser trinken. Ich konnte mich erst nach 6 Monaten daran gewöhnen, tue es jetzt aber immernoch ab und zu.


8. Was trinke ich denn da?
Alkohol ist in Australien wahnsinnig teuer. Für eine Flasche Wodka bezahlt man dort um die 50$ (ja 25€!) und gibt es nur in so genannten Liquor Stores und nicht im Supermarkt. Man munkelt zwar, dass man bei Aldi Wein kaufen kann, aber den haben wir irgendwie nie gefunden.
Auch Bier ist teuer dort, zumindest im Gegensatz zu Deutschland.
Daher trinken alle Backpacker Goon. Billigwein in riesigen Alutüten für 10$ für um 4l oder so. Aber davor solltet ihr euch in acht nehmen, denn der ist wirklich böse. Oder Passion Pop, der wie Asti schmeckt. 
 Es ist übrigens kein Gerücht, dass es sich an der Ostküste um nichts anderes als Party und Sex dreht. Habt ihr also kein Bock auf wilde Partynächte, solltet ihr euch ein Hostel suchen, dass keine Bar besitzt und euch, vor allem am Wochenende, in ruhige 2er oder 4er Zimmer einquartieren. Wenn ihr einen Job habt, empfiehlt es sich sehr nach einer Wohnung Ausschau zu halten, allein um nicht plötzlich von euren Mitbewohnern geweckt zu werden, die betrunken zurückkommen (womöglich auch noch mit einem Typen oder Mädchen im Schlepptau, glaubt mir, das kommt vor, egal wieviele Leute sich im Zimmer befinden!), das Licht anmachen und euch den Schlaf rauben. Eine Schlafmaske und Oropax können daher sehr nützlich sein!
Backpacker sind wie Studenten, die feiern auch unter der Woche. 


9. Ansprüche zurückschrauben
Ihr könnt nicht erwarten möglichst günstig zu reisen und dafür dann in den schicksten Unterkünften zu übernachten.
Ich habe teilweise in 17-Bett Zimmern gewohnt, wo es dann 2 Duschen und 1 Klo für uns alle gab und fand es nicht schlimm. Im Apfelhostel kam ich 3 Monate super ohne Internet und nur geringem Handyempfang zurecht. Die Duschen waren teilweise sehr eklig, von den Küchen will ich gar nicht erst anfangen. Aber ich habe es überlebt ohne irgendwelchen Schaden davonzutragen.
Achja! In Australien scheint nicht immer die Sonne! Es kann durchaus vorkommen, dass es den ganzen Tag regnet, grau und auch kalt ist.


10. Was noch?
Nein, ihr braucht keine besondere Trekking-Ausrüstung mit superteuren Wanderschuhen, speziellen Handtüchern und beigen Cargohosen. Es sei denn ihr wollt tagelange Wanderungen unternehmen. Es reichen normale Turnschuhe und Flip Flops. Ja, sowas wird verbreitet, dass es unfassbar wichtig ist, aber ich habe es auch ohne geschafft.
Man kann auch mit einem Koffer reisen, die viel praktischer sind als Rucksäcke. Fertigt unbedingt eine Kopie von eurem Reisepass an. Ohne diesen, seid ihr verloren und eine Kopie davon ist, im Falle eines Verlustes, auf jeden Fall besser als gar nichts.
Souvenirs kauft ihr am besten zum Schluss, schließlich wollt ihr diese ja nicht mit euch herumschleppen. Aber am günstigsten gibt es die in Sydney auf Paddys Market. Notfalls verschickt ihr sie halt mit einem Paket nach Hause, wobei das sehr teuer ist. Wenn ihr viel Zeit habt, wählt den Seeweg, der benötigt zwar ca. 2 Monate, ist dann aber nur halb so teuer (ca. 10$ pro kg) wie per Airmail (ca. 20$ pro kg).
Ansonsten nicht verrückt machen lassen, sich nen Lonely Planet schnappen und einfach alles auf sich zukommen lassen.


Montag, 16. August 2010

Cat Down Under - Teil 26

So nun folgt der letzte Teil aus meiner Cat - Down Under Reihe. Hat sich ein bisschen gezogen, ja ich weiß...

Da ein Flug von Alice Springs nach Melbourne und dann nach Perth zu teuer war, ging es halt direkt nach Perth.
Wir entflohen also dem stickigen, roten nichts und sollte in eine Oase an der Westküste geraten ... okay ... war nicht so, denn es war Winter und im Outback war es gar nicht so heiß und in Perth herrschte tiefster Winter. Ich habe mir Handschuhe gewünscht und war so froh über meine Intelligenz, dass ich mir in Brisbane eine schicke Mütze gekauft hatte.

Mit einem Shuttle Bus wurden wir direkt vor unser Hostel gefahren. Die Rezeptionsfrau, eine kleine Frau à la Miss Petty von den Gilmore Girls, führte uns in ein total chaotisches Zimmer. Nachdem sie unseren Gesichtsausdruck gesehen hatte, meinte sie noch "wollt ihr ein anderes Zimmer?" wir nickten begeistert und dann kam doch nur "ach...ich räume das ein bisschen auf und dann geht das schon" ... sie wollte wohl, dass wir uns mit den anderen 3 deutschen Mädchen dort anfreundeten...haha
Eine Woche (ach ist doch nicht der letzte Teil...Hong Kong kommt ja noch hahaha) verbrachten wir in Perth und es stand noch so einiges auf dem Plan. Wir wollten UNBEDINGT den Cottesloe Beach sehen, schließlich war das SEIN Lieblingsstrand. Unser aller Lieblingsschauspieler Heath Ledger!
Das letzte Geld musste ausgegeben werden, eine Packung Goon sollte noch vernichtet werden, ich hatte Geburtstag und nach Freemantle wollten wir auch.

Soviele Plänen enden natürlich immer damit, dass man bis mittags schläft, weil die Zimmermitbewohner auch nichts anderes taten außer gammeln und man eigentlich nur ununterbrochen shoppen war. haha.
Trotzdem haben wir alles gesehen, was wir sehen wollte, aber seht selbst (ja das war geplant, dass da 3 mal sehen drin steht):

jede Stadt hat sein Riesenrad


 Bells Tower auf der linken, Riesenrad auf der rechten Seite


Skyline von Perth

Cottesloe Beach


beachtet meine Schuhe!

und nochmal Cottesloe


der letzte Goon ... ein trauriger Moment


Das Wetter auf den Bildern lügt übrigens. Die meiste Zeit hat es nämlich geregnet. Weswegen unfassbar viel Zeit in Museen (sind ja schließlich umsonst und es gab grad ne Nick Cave Ausstellung) verplembert wurde.
Außerdem mussten wir auch noch möglichst viel Zeit im Hostel verbringen, um noch ganz viele Tim Tams und Shapes zu essen (australische Kekse und Cracker) und natürlich Goon zu trinken -.- 
Nach einer Woche voller Nichtstun, essen und einkaufen, sollte es dann wieder Richtung Heimat gehen. Vorher standen noch 4 Tage Hong Kong auf dem Plan und für mich direkt danach noch das Hurricane Festival.
Dafür musste der Koffer nochmal ganz sorgfältig gepackt werden, was nicht mehr benötigt wird, fliegt raus, was schwer ist, landet im Handgepäck.
Ich hatte das Gefühl, dass mein Koffer in Ordnung war, also unter 20kg wog, mein Handgepäck inzwischen aber mind. 50kg. Aber sowas wird ja nicht kontrolliert...dachte ich.
Am Flughafen durfte ich nicht nur Koffer (19,7kg hahaha) sondern auch noch mein Handgepäck auf die Waage stellen ... 5kg zu viel ... ähem ... die Flugschalterfrau war aber nett, ließ mich ein paar Kilo im Koffer verstauen und der Rest war in Ordnung. Qantas ist da halt cooler als Ryan Air. 
Da wir in der Mitte saßen, konnten wir auch keine letzten, sehnsüchtigen Blicke mehr auf unser Traumland werfen, sondern mussten uns mit dem, sehr guten, TV on Demand Programm zufrieden geben.
Tja ... das war also Australien.

Samstag, 7. August 2010

Cat Down Under - Teil 25

Auch wenns wohl keinen mehr interessiert (oder wieso gab es beim letzten Post keinen einzigen Kommentar?) folgt nun der nächste Teil der Rock Tour.
Unser Lager verließen wir gegen 7Uhr morgens, ich hörte mir noch ein paar Geschichten an, über die Dingos, die nachts im Outback unterwegs sein sollen und irgendwelche Camper angriffen und freute mich auf den warmen Bus und die wärmende Sonne, die endlich aufging.
Wir fuhren noch ein paar Kilometer um Yulara, dem Touristenörtchen mit Ausblick auf den Ayers Rock, zu erreichen und ein paar unserer Sachen dort abzulagern. Dort sollten wir nämlich die Nacht verbringen und hatten auch die Möglichkeit zu duschen (OMG Duschen! Nach 2 Tagen endlich wieder!). Aber erst am abend, schließlich hatten wir ja noch einiges vor. Wir lagerten also unsere Holzvorräte auf dem roten Boden und konnten die Swags endlich wieder auf dem Dach des Busses und des Anhängers lagern. Vorher befanden sie sich im Bus und weil wir einen Platz ganz hinten hatten, war es wirklich ein Abenteuer und eine sehr wackelige Angelegenheit dort hinzukommen, ohne auf irgendwen zu fallen oder in den Schlafsäcken zu versinken. Das kleine Örtchen hatte wirklich etwas magisches. Man hatte nicht nur Handyempfang!!! sondern auch das Gefühl, das bald etwas magisches passieren wird. Überall lag dieses "OMG OMG OMG Gleich sehen wir den Ayers Rock" in der Luft und genau den Text verschickten die meisten meiner Mitreisenden wohl auch gerade per SMS. Stellt euch am besten die Musik von SatC aus der letzten Folge vor, wenn Carrie Big trifft, Samantha ihren Smith hat, Miranda gesagt wird, dass es Liebe war, was sie für Steves Mutter getan hat und Charlotte den Adoptionsbescheid bekommt.

Es sollte nun in den Uluru Nationalpark gehen, dort wo sich eben dieser (ihr kennt ihn vielleicht als Ayers Rock, aber offiziell heißt er Uluru, der australische, also der Name der Aborigines dafür) befindet und außerdem auch noch die Olgas (Kata Tjutas). Um zu diesen zwei Sehenswürdigkeiten zu gelangen, muss man Parkgebühren bezahlen. Aber das war im Tour-Preis natürlich schon enthalten, weswegen wir die Tickets einfach nur noch in die Hand gedrückt bekamen. Danach fuhren wir an einen Nahe gelegenen Aussichtspunkt. Von dort aus konnten wir die Olgas un den Ayers Rock anschauen. Beides gleichzeitig! Auch wenn es unmöglich war beides gleichzeitig aufs Bild zu bekommen. Selbst für die Olgas hätte ich ne Panorama Cam gebraucht.

die Olgas

da ganz hinten ist der Ayers Rock


 Es ging nicht direkt weiter zum Ayers Rock, sondern erstmal zu den Olgas. Eine 3 stündige, wahnsinnig anstrengende und gefährliche Wanderung stand uns bevor. Ich war mit Vans unterwegs, die nach 10 Monaten Australien wahnsinnig gelitten hatten.


 Nein, andere Schuhe hatte ich nicht, schließlich war es so heiß, dass ich normalerweise nur Flip Flops trug und bei der Arbeit meine Boots. Und für insgesamt 9 Stunden wandern wollte ich es eh nicht riskieren neue, ungetragene und demzufolge unbequeme Schuhe zu tragen.

Wir riskierten also unser Leben, sprangen über Felsvorsprünge, balancierten über größere runde Hinkelsteine, rutschten auf den kleinen, sich bewegenden Kieselsteinen aus, nur um solche Anblicke genießen zu können.




 
 Zwischendurch hätte ich am liebsten geheult, weil ich die steilen Abhänge nicht mehr runterlaufen wollte und hab mich gewundert, warum keiner aus unserer Gruppe irgendwo runtergestürzt ist oder sich sonst was gebrochen hat. Mehrmals sah ich Kinder, die wie Grashüpfer zwischen den Steinen herumgesprungen sind und dachte zurück an meine Kindheit, wo ich noch von Ast zu Ast gesprungen bin wie Tarzan. War das schon sowas wie ne Rückblende?

An die kühlen Wände der Olgas (übersetzt viele Köpfe) gelehnt und immer mit Blick auf den Abgrund, erzählte uns unser Guide über die Legenden der Aborigines, deren Geschichten und Bräuche. So ist eine Entstehungsgeschichte die, dass 2 Kinder mit Matsch gespielt hätten und dabei einen großen Haufen gebaut hätten und daneben viele kleinere. Der große sei nun der Uluru, und die kleinen Kata Tjuta (Olgas). Überall findet man Löcher in den Wänden, die mit etwas Fantasie als Schlangen, Eidechsen und sonstiges gedeutet werden können und ebenfalls eine wichtige Rolle in der Aborigine Kultur spielen.
Nach 3 Stunden war der Marsch vorbei, wir kaputt und echt am Ende. 

Es ging danach zu einem Parkplatz am Kulturzentrum am Ayers Rock. Dort konnten wir den großen Stein mal von hinten betrachten, die große Tour sollte erst am nächsten Tag starten. Wir stärkten uns mit Wraps und verzogen uns dann in das Kulturcenter, um mehr über die interessante Geschichte des Ulurus zu erfahren. 



Auch unser Guide erklärte noch mal so einiges und wollte, dass auch wirklich der letzte verstanden hatte, warum man so oft betrunkene Aborigines antraf, die sich pöbelnd durch die Fußgängerzone bewegten. Australien hat nämlich eine recht traurige Vergangenheit. Früher als Gefängnisinsel missbraucht und danach die offizielle Erlaubnis dazu gegeben die Eingeborenen zu jagen und zu töten. Wer den Film "Australia" gesehen hat, weiß, dass die Mischlingskinder ihren meist eingeborenen Müttern entrissen wurden und dafür in eine völlig fremde Familie kamen, weil die Regierung meinte, dass sie es dort besser hätten. Natürlich meinten sie es auch besser zu wissen, was für die Aborigines das beste wäre, schließlich konnten die Kinder im Busch keine richtige Schulausbildung genießen und sich nie in die Zivilisation eingliedern. Statt sie in ihren Stämmen in Ruhe zu lassen, brachte man sie in die größeren Städte, wo sie dem Alkohol begegneten. Sie wusste damit nicht umzugehen, waren dem nicht vertraut, kannten seine Auswirkungen nicht und was daraus geworden ist, kann man nicht nur in Alice Springs, sondern auch in Townsville und sonstigen Küstenstädten beobachten. 
Inzwischen hat sich die Lage natürlich gebessert und Australien entschuldigte sich offiziell bei den Aborigines. Trotzdem wird man noch heute fast nirgendwo einen Aborigine in einem normalen Dienstleistungsbereich antreffen. Ob in der Bank, im Supermarkt oder in Kaufhäusern, fast nie wird man sie in einer Position als Berater, Verkäufer oder sonst was antreffen, höchstens als Putzkraft oder sonstigen niedrigeren Arbeiten. Und auch ich habe nirgendwo einen Aborigine an der Kasse oder sonst wo gesehen, wenn, dann war es sein eigener Laden oder eben einer, der sich mit Aborigine Kunst beschäftigt hat. Ich glaube das verdeutlicht die soziale Stellung der Aborigines in Australien.

Voll mit Informationen gepumpt, ging es dann endlich zum großen, roten Stein weiter. Wir fuhren diesmal direkt davor, um einen Ausblick auf die Stelle zu haben, wo man den Ayers Rock hochklettern konnte. An vielen Tagen ist es nicht erlaubt dort hochzusteigen, weil es wegen dem Wind, Regen oder wegen der großen Hitze sehr gefährlich werden kann. Aber da Winter war, betrugen die Temperaturen gerade mal um die 25°C, es gab keinen Wind und es befand sich keine einzige Wolke am Himmel. Perfekte Bedingungen also.
Aber unser Guide wollte auch dazu noch einige Worte verlieren. Denn viele Backpacker sollen es als Abenteuer sehen, den großen, roten Stein zu erklimmen. Bungee Jump, Sky Dive, White Water Rafting, Schnorcheln, Tauchen und eben den Ayers Rock hochklettern. All die Dinge, die ein echter Abenteurer getan haben sollte. An der Stelle dachte ich mir "woah stimmt!" und auch die Engländer gaben sich mit verschwörerischen Blicken untereinander zu verstehen, dass genau DAS auf ihrer Liste noch fehlte. 
Aber dann holte unser Guide weit aus. Er erzählte auf einmal von seiner Oma, die er sehr geliebt hat und dessen Grab er regelmäßig pflegt, es mit Blumen schmückt, das Unkraut entfernt und eben alles dafür tut, dass es gut aussieht. Die Personen, die es wagen würde über das Grab zu laufen und drauf herumzuspringen, würde er verprügeln und für immer verachten.
Ähnlich sollten wir es nun mit dem Ayers Rock sehen, denn für die Aborigines ist es eine Art Grabstelle und ein heiliger Ort zugleich. Am liebsten hätten sie es, wenn er für Touristen nicht mehr zugänglich wäre, was natürlich nicht möglich ist. Die Guides versuchen inzwischen so viele Leute wie möglich davon abzubringen den Ayers Rock zu besteigen und in unserer Gruppe hat es auch tatsächlich geklappt.

Genug gelabert, jetzt lass ich einfach mal Bilder sprechen:

kurz vorm Sonnenuntergang


der Mond ist aufgegangen


Trotzreaktion...andere Gruppen hatten Sekt und Champagner, wir hatten Bier haha




ja...in Australien ist der Himmel blauer


Am letzten Tag mussten wir besonders früh aufstehen, weil wir den Sonnenaufgang über dem Ayers Rock begutachten wollten. War mir auch wirklich recht, weil es wieder arschkalt war. Außerdem fanden ein paar Dingos unser Lager ganz spannend und sind in der Nacht zu uns gekommen.

ja, es gab auch eine Sunset Area. Da wurden die anderen Bilder gemacht
vor Sonnenaufgang


 und danach


Danach sind wir 3 Stunden lang einmal um den ganzen Ayers Rock herumgelaufen, was ganz angenehm war. Da es an einer Stelle Schatten gab, der Weg vollkommen eben war und wir keinen labernden Guide hinterherdackeln mussten.
Kurz danach ging es für uns zurück nach Yulara, weil wir mit 2 weiteren Leuten direkt zum Flughafen gebracht werden sollten. Somit sparten wir uns eine weitere Nacht im lahmen Alice Springs und konnten früher nach Perth abhauen. Der Rest der Gruppe musste die 500km nach Alice Springs mit dem Bus wieder zurückfahren, während wir am Flughafen und im Flieger einen Ausblick auf den Ayers Rock genießen konnten. 

 

Donnerstag, 29. Juli 2010

Cat Down Under - Teil 24

Mit dem Flieger ging es also Richtung Zentrum Australiens. In Alice Springs sollten wir landen und es war wirklich seltsam. Der Flughafen wurde eigentlich nur für Touristen gebaut, denn wer von den Aussies verirrt sich schonmal nach Alice Springs? Er war winzig, man läuft über eine Treppe vom Flughafen direkt über den Platz und dann in eine Art Wartebereich, wie vor nem Club oder ner Achterbahn. Wie aus den Filmen, wo die großen Stars mit ihren Privatjets auf kleinen Popelflughäfen ankommen.
Das Gepäckband wurde wahrscheinlich noch per Band gedreht und bis auf die Stände von den Hostels konnte man dort nichts finden. Wir wurden mit dem Bus abgeholt und wurden dann in unser Hostel gebracht.
Da Winter war, herrschten eisige Temperaturen. Wir waren mit unseren Sommerjacken wirklich nicht dafür ausgestattet und froren richtig als wir durch Alice Springs liefen. Wer weiß denn auch schon, dass es im Outback mal kalt wird? Man hört davon doch nur, dass es dort 40°C herrschen, Touris sterben, weil sie von Eingeborenen angehalten werden, diese sie dann mit Gewehren bedrohen und alles klauen bis auf 2l Wasser. Die Touris sterben dann wegen der Hitze und weil sie kein Wasser mehr haben...im Outback kommt ja auch nur alle 3 Tage n Auto vorbei ... laut Legende. Die Realität sieht natürlich anders aus.

Wir schauten uns Alice Springs ein bisschen an, aber eigentlich gibt es da nicht wirklich viel zu sehen. Wir kauften nur Karten, gingen durch die roten Straßen und dann wieder zurück in unser Hostel.


Am nächsten Morgen wurden wir von unserem Busfahrer abgeholt. Wir fuhren mit weiteren 20 Leute in einem kleinen Bus für 3 Tage durchs Outback und sollten dabei Kings Canyon, die Olgas und den Ayers Rock sehen.
Zudem erzählte er uns noch einiges über die unterschiedlichen Gegenden, die Geschichten um die Aborigines und weitere viele interessante Dinge.
Besonders witzig und merkenswert fand ich die Story mit dem Flussrennen in Alice Springs. Dort gibt es nämlich den Todd River, der eigentlich immer trocken ist. Weil die Alice Springs Bewohner aber nicht einsehen, dass sie kein Flussrennen machen können, nur weil der Fluss trocken ist, bauen sie sich Boote, die per Fuß angetrieben werden und laufen somit ihr Rennen.


Wir fuhren den ganzen Tag mit dem Bus, schliefen unterwegs, schauten uns die Landschaft an und sollten alle einzeln nach vorne kommen um uns vorzustellen, schließlich sollten wir, laut Busdriver, in den nächsten 3 Tagen so tun als ob wir alle die besten Freunde wären.

Unser erster Stopp war dann der Wegrand, wo wir Äste sammeln sollten, damit wir später unser Lagerfeuer entzünden können. 
Danach war wandern angesagt, da wir den Kings Kanyon erreicht hatten. Obwohl es Winter war, wir fast alle lange Hosen anhatten und am Anfang noch Pullover, war es richtig heiß und die Sonne knallte richtig schön.
Gleich am Anfang mussten wir einen richtig hohen Berg bezwingen, wo vorher Schilder davor gewarnt hatten, dass dies nur sportliche Leute versuchen sollten.
sieht nicht schlimm aus, aber dahinter gehts noch weiter und insgesamt ist man 30min. damit beschäftigt diesen Berg zu erklimmen

Natürlich wollten wir uns alle nicht die Blöße geben als unsportlich dazustehen und liefen keuchend und schwitzend den Berg impor.
Oben wurde sich ausgeruht und weil Mr. Busdriver auch noch Mr. Bergwanderer ist, sollte es sofort weitergehen. Wir balancierten über trockene Berglandschaft, durch Schluchten und eben alles, was so ein riesiger Canyon zu bieten hatte.
Es war schon beeindruckend oben drauf zu stehen und zu erkennen, wie weit Australien ist und dass das Outback wirklich aus absolutem Nichts besteht. Man konnte hunderte von Metern schauen und sah nichts, bis auf rote Erde, vereinzelnte Sträucher und wieder nichts. Keine Erhebungen, keine Wälder, kein gar nichts.

Nach 3 Stunden war die Wanderung vorbei. Wir liefen alle zum Bus zurück und machten uns gierig über irgendwelches Essen her. Danach sollte es zu unserem Nachtcamp gehen...dem Bushcamp. Vorher wurde noch ewig gefahren und irgendwann machte sich ein aufgeregtes Raunen im Bus bemerkbar. Wir saßen ganz hinten im Bus, vor uns ein paar Engländer, die irgendwas am Horizont entdecken "Look! The Ayers Rock!" ... konnte er so nah sein? Konnte er nur wenige Meter vom Kings Canyon entfernt sein? Was sollten wir die nächsten 2 Tage machen, wenn wir schon bald den Ayers Rock erreichten? Ich ließ ihn mir zeigen und stellte fest: tatsächlich! Großer flacher Stein. Kann nur Ayers Rock sein! Es war schon ein magischer Moment...die Sonne ging unter, es war dunkel und aus weiter Ferne konnte man den berühmtesten Stein der Welt sein. "Wieso tuscheln denn hier alle so?" kam es dann durch das Mikro von Mr.Bus. "Der Ayers Rock? ... nein, das ist der nicht. Der ist noch voll weit entfernt." "aber dahinten! Wir sehen ihn doch!"  ... sollte er blind sein? ... "hahaaha...das ist der Fallers Rock. Eigentlich Mount Connor, aber Leute sehen ihn, denken, es wäre der Ayers Rock und fallen darauf rein...wie ihr!" hahaha...na toll.


Magischer Moment zerstört und wir fühlten uns alle doof.
Kurze Zeit später wurde dann unser Bush Lager erreicht. Wir dachten noch, dass so ein Campingplatz oder ähnliches heißen würde, wo wir Toiletten in der Nähe hätten oder ähnliches. Aber nö...Bush Camp trifft es genau. Wir machten auf ner freien Fläche halt neben einem Baum. Mehr nicht. Wir sollten die Swags und Schlafsäcke rausholen und das Camp aufbauen...äh ... ok. "Wenn Dingos kommen, verscheucht die einfach" ... klar. Kannten wir ja schon.
Mr. Busdriver kochte noch für uns, wir bauten das Lagerfeuer auf und gingen alle ziemlich schnell schlafen. Schließlich sind wir stundenlang gewandert und waren recht kaputt.

In den Swags, eine Art Schlafsack, nur viel fester und mit ner dünnen Matratze unten drunter und den Schlafsäcken, war es eisig in der Nacht. Zum Glück hatte ich mir eine Mütze gekauft, die mich immerhin an den Ohren warm hielt. Ich hatte bereits 2 Hosen an, 2 Paar Socken und mehrere T-Shirts und Pullis, aber meine Zähne klapperten nach wie vor. Es waren ja auch nur 1 oder 2°C, was konnte man da schon erwarten?
Nach ein paar Stunden Schlaf, war ich froh als Mr. Busfahrer uns endlich aufweckte, weil viel länger hätte ich das in meinem eisigen Schlafsack nicht ausgehalten. Wir bekamen noch schnell Frühstück und Kaffee bzw. Tee und dann sollte es weitergehen. Für heute standen Ayers Rock und die Olgas auf dem Plan.

Zuerst ging es aber nach Yulara, der künstlichen Stadt mit Ausblick auf den großen, roten Stein.
Aber mehr davon im nächsten Post, sonst wirds zu lang.